Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen-Neubauamt Magdeburg

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Inhalt: Zentrale Brückenprüfstelle

Die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) ist bundesweit für die Erhaltung von ca. 1.300 Brücken zuständig. Hiervon entfallen auf den Bereich der GDWS, Außenstelle Ost ca. 400 Bauwerke.
Zur Erhaltung gehört neben der fortlaufenden Unterhaltung auch die Überwachung und Prüfung. Die Bauwerksprüfung dieser ca. 400 Bauwerke erfolgt durch die Zentrale Brückenprüfstelle (ZBP) im WNA Magdeburg.

Aufgrund der zunehmenden Schäden, der Alterung des Bestandes und der ständigen Zunahme des Schwerlastverkehrs gewinnt die Brückenprüfung immer weiter an Bedeutung. Für die Tragfähigkeit der Brücken ist nicht die Menge des Gesamtverkehrs entscheidend, sondern die überproportionale Zunahme des Schwerlastverkehrs auf bundesdeutschen Straßen.
Die zulässigen Gesamtgewichte für LKW haben sich dabei von 24t im Jahr 1956 auf maximal 44t fast verdoppelt . Neuerdings sind bereits Gigaliner und EuroCombi im Test mit bis zu 60t.

In der Regel erfolgt alle 3 Jahre eine Bauwerksprüfung, immer häufiger sogar jährlich. Die Prüfungen werden nach DIN 1076 „Ingenieurbauwerke im Zuge von Straßen und Wegen – Überwachung und Prüfung“ durchgeführt, wonach es Hauptprüfungen, Einfache Prüfungen und solche aus besonderem Anlass gibt.

Die Bauingenieure in der ZBP Magdeburg besitzen ein Zertifikat, welches sie für die Tätigkeit besonders qualifiziert. Die Bauwerksprüfung ist eine sehr abwechslungsreiche und interessante Aufgabe mit hoher Verantwortung. Es ist eine anspruchsvolle und spannende Tätigkeit, da jede Brücke immer wieder neue Besonderheiten aufweist. Die Materialien differieren zwischen Beton, Stahl, Holz und Spannbeton. Auch alte, gemauerte Bogenbrücken sind dabei. Die Statik der Brücken ist ebenfalls sehr vielfältig und unbedingt bei der Schadensbewertung zu beachten.

 

Beispiele für zu prüfende Brücken in der ZBP in Magdeburg:

Neue Deichbrücke
Neue Deichbrücke EHS
Bodenstrombrücke
Bodenstrombrücke
Dammhastbrücke
Dammhastbrücke Zehdenick
Brücke Forsthaus
Brücke Forsthaus Alt Brieselang

Für die genaue, so genannte „handnahe“ Prüfung der Brücken von der Unterseite, werden entsprechend ausgerüstete Brückenuntersuchungsschiffe benötigt. Auf den Schiffen wurden Hubarbeitsbühnen montiert, die mit Gelenkteleskopauslegern ausgestattet sind. Damit wird eine flexible Bewegung unter den Brücken und somit eine gute Erreichbarkeit aller Bauwerksteile ermöglicht.

Brückenuntersuchungsschiff der ZBP
Brückenuntersuchungsschiff der ZBP

Brückenuntersuchungsschiff der ZBP

Die Tätigkeit der Brückenprüfung umfasst die Vorbereitung, Durchführung und Dokumentation der Bauwerksprüfungen. Auch die anteilige Vergabe von Prüfungen an qualifizierte Ingenieurbüros, die Betreuung, Kontrolle und Abrechnung gehören dazu. Vielfältige Aufgaben aus den Bereichen Einsatzplanung, Prüfmethoden und -geräte, Abstimmung mit anderen Behörden, Verkehrssicherung und Arbeitsschutz sind zu erfüllen.

Zu den bewährten Methoden der Bauwerksprüfung zählen beispielsweise:

Es sind daher Kenntnisse verschiedenster Gebiete des Bauingenieurwesens notwendig: Baustatik, Baukonstruktion, Schweiß- und Verbindungstechnik, Baustoffkunde, Grundbau, Instandsetzung, Prüftechnik, Straßenbau- und Verkehrstechnik sowie Vermessungswesen.

Brückenprüfer bei der Arbeit
Brückenprüfer bei der Arbeit
marode Holzbauteile
Marode Holzbauteile
Rissbildung
Rissbildung


Bei Verdacht auf gravierende Schäden werden zerstörungsfreie Prüfverfahren – ZfP angewandt:

 

Magnetpulver-Prüfung
Magnetpulver-Prüfung an Schweißnähten zur Risserkennung

 

Mit den Ergebnissen der ZfP ist eine Analyse vor Ort und eine genauere Beurteilung des Schadensumfangs möglich. Manchmal müssen anschließend noch detailliertere Laboruntersuchungen mit Gutachten von Spezialisten beauftragt werden, um die Schadensursachen zu klären und Instandsetzungen planen zu können.

Die Prüfberichte weisen letztlich einen Gesamtzustand der Bauwerke aus. Dieser wird mit einer so genannten Zustandsnote beurteilt. Zur einheitlichen Bewertung der vorhandenen Schäden ist die RI-EBW-PRÜF (Richtlinie zur einheitlichen Erfassung, Bewertung, Aufzeichnung und Auswertung von Ergebnissen der Bauwerksprüfung nach DIN 1076) zu beachten.
Die Wasser- und Schifffahrtsämter erhalten mit den Prüfberichten der ZBP einen Überblick über den Zustand der Brücken, können so die erforderlichen Maßnahmen planen, der Dringlichkeit nach einordnen, die Finanzen einfordern und die Erhaltungsmaßnahmen durchführen.

 

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Deckblatt eines Prüfberichtes