Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen-Neubauamt Magdeburg

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Inhalt: Historischer Rückblick

Übersicht
Übersicht Kanäle Norddeutschland Stand 1938
Quelle: (5)

Übersicht Magdeburg
Übersicht Stadt Magdeburg Stand 1938
Quelle: (2)

Liegeplatz und Koppelstelle
Liegeplatz und Koppelstelle für Schleppzüge
Quelle: Bildarchiv WNA Magdeburg

Kaianlage
Kaianlage aus den Jahren 1979/80
Quelle: Bildarchiv WNA Magdeburg

Der Rothenseer Verbindungskanal, früher als Abstiegskanal Rothensee (AKR) bezeichnet, ist Bestandteil des Mittellandkanals.
Die rechtliche Grundlage für die Herstellung eines Abstieges vom Mittellandkanal zur Elbe bei Magdeburg wurde in dem Preußischen Gesetz zur Vollendung des Mittellandkanals vom 04. Dezember 1920 geschaffen.

Dies Gesetz sah einerseits die Herstellung des Weser- Elbe- Kanals von Hannover über Oebisfelde bis Burg, also über die Elbe hinweg, mit Stichkanälen nach Hildesheim und Braunschweig, einem Abstieg zur Elbe bei Rothensee und einer Verbindung elbabwärts bei Niegripp vor.

Die Strecke von Hannover bis Peine und dem Zweigkanal bis Hildesheim wurde 1928 fertig. Der Bau des Schlussstücks des Mittellandkanals zwischen Peine und Magdeburg wurde 1926 in Angriff genommen. Diese Baumaßnahme hatte die Elbstrombauverwaltung durchzuführen.1933 wurde Braunschweig erreicht.
1938 konnte mit dem Ostabschnitt und der Fertigstellung des Schiffshebewerkes Rothensee sowie dem Abstiegskanal der MLK mit einer Gesamtlänge von 320 km dem Verkehr übergeben und damit das Ziel, Rhein, Weser und Elbe für den Schiffsverkehr zu verbinden, verwirklicht werden.

Der Abstiegskanal zweigt rechtsabbiegend bei MLK-km 319,9 ab und verlief durch das damals nur vorhandene Schiffshebewerk Rothensee in einer Länge von rd. 5,2 km in südlicher Richtung bis zur Einmündung in die Elbe bei km 333,5.

Mit diesem Kanal erhielt die Schifffahrt die Möglichkeit

Der Abstiegskanal wurde für das damals hochmoderne 1000-t-Schiff bzw. für Schleppzüge bemessen und erhielt ein Muldenprofil. Beide Ufer sind aufgrund der Beeinflussung durch die Elbe überwiegend Hochwasserschutzdeiche und wurden mit einer Schüttsteinschicht gesichert.

Der Kanal wird in einen Nord- und Südabschnitt unterteilt.

Der Nordabschnitt hat von km 321+500 R bis zum Einfahrtsbereich in den Kanalhafen bei dem damaligen niedrigsten Bemessungswasserstand von NN+ 38,83 m eine Breite von 39,00 m, d. h. bei einer Wassertiefe von 4 m ergibt sich eine Wasserspiegelbreite von 43,60 m. Die Sohlbreite beträgt 17,16 m.

Der Südabschnitt von km 323+700 R bis zur tangentialen Einmündung in die Elbe hat in der Höhe des o. g. damaligen niedrigsten Bemessungswasserstandes eine Breite von 64 m, das sind 72,88 m Wasserspiegelbreite bei 4 m Wassertiefe.

Dieser Streckenabschnitt diente als Liegeplatz und Koppelstelle der für den Mittellandkanalhafen bestimmten Schleppzüge.

In Kenntnis der geplanten Weiterführung des Mittellandkanals von Hannover bis Burg mit dem Elbabstiegskanal beabsichtigte die Stadt Magdeburg in dem neuen Industriegebiet Rothensee den Bau eines Kanalhafens durchzuführen.
Aufgrund nautischer Vorgaben der Reichswasserstraßenverwaltung wurde die Einfahrt in das Hafengebiet am Ende des nördlichen Kanalabschnitts angeordnet. So entstand ein Zweigkanal, der durch den Trennungsdamm getrennt, dann parallel mit dem südlichen Abschnitt des Abstiegskanals verläuft.
Der Zweigkanal erhielt zwei 600 m lange Hafenbecken, Becken 1 und 2.

In den Jahren 1979 / 1980 wurde südlich der Glindenberger Straßenbrücke auf dem Westufer des Kanals eine Kaianlage von rd. 250 m Länge an Stelle des bisherigen Schrägufers gebaut.

Der Abstiegskanal Rothensee wurde Anfang der 90iger Jahre des vergangenen Jahrhunderts in Rothenseer Verbindungskanal (RVK) umbenannt.