Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen-Neubauamt Magdeburg

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Inhalt: Schleuse Zerben

Im Zuge des Ausbaus der Wasserstraßenverbindung Hannover- Magdeburg- Berlin soll der Elbe- Havel- Kanal (EHK) entsprechend der Wasserstraßeklasse V b ausgebaut werden. Das Ziel der Ausbaumaßnahme ist die Ermöglichung eines uneingeschränkten Begegnungsverkehrs für Großmotorschiffe (GMS) mit 110 m Länge, sowie für 185 m lange Schubverbände (SV) mit zwei Leichtern. Diese Bemessungsschiffe haben eine Breite von 11,45 m und eine Abladetiefe von 2,80 m. Bei einer Abladetiefe dieser Schiffseinheiten von 2,80 m, muss die Wassertiefe min. 4,0 m betragen. D.h. die Drempelhöhe der alten Schleuse mit 3,15 m am OH bzw. 2,95 m am UH sind nicht ausreichend. Der Umbau und die Sanierung der alten Schleuse würde einem Neubau entsprechen. Die damit verbundene Vollsperrung des EHK würde den Schiffsverkehr auf der Ost-West-Relation über mehrere Jahre zum erliegen bringen. Mit dem Bau einer neuen Schleuse kann Schiffsverkehr aufrecht erhalten werden. Die Planung des Neubaues der 2. Zerbener Schleuse PFA 4) erfolgt in den Grenzen von EHK-km 344,35 bis EHK-km 346,30. Zu den Planungen gehören der Neubau :

Die 2. Zerbener Schleuse wird mit einem Achsabstand von 45 m zur vorhandenen Schleusenkammer gebaut. Sie wird eine nutzbare Kammerlänge von 190 m und eine Breite von 12,50 m haben. Die Schleuse hat eine hat eine maximale Fallhöhe von 5,50 m. Ein Multiport-System mit 276 Fülldüsen, wird eine turbulenzarme Befüllung der Schleusenkammer ermöglichen. Die Füllgeschwindigkeit beträgt etwa 1,0 m/min. Die Schleusentore am Ober- und Unterhaupt sollen als Stemmtore in Faltwerkbauweise ausgebildet werden. Im Bereich der Vorhäfen werden für die in Wartestellung befindliche Berufs- und Sportschifffahrt ausreichende Liegemöglichkeiten angeordnet. Für die den Zu- bzw. Abfluss des Zerbener Altarmes regulierenden Wehre ist ein Neubau erforderlich. Sie erhalten als Wehrverschluss Fischbauchklappen. Die Brücken der Ortsverbindungsstraße Zerben-Güsen haben eine lichte Weite von 24,0 m bzw. 26,0 m über den Einfahrtslamellen im Unterwasser und über den Zerbener Altarm eine lichte Weite von 7,0 m. Die Fahrbahnbreite beträgt 6,0 m zuzüglich eines separaten Geh und Radweges. Das alte Pumpwerk, angeordnet am Nordufer des Unteren Vorhafens, sollte  den durch die Schleusenvorgänge  entstehenden Wasserverlust der oberen Stauhaltung, zurückführen. Durch den natürlichen Zufluss der Ihle und anderer kleinerer Zuläufe wurde bisher der Wasserverlust ausgeglichen, so dass das Pumpwerk nicht in Betrieb gehen musste. In Abhängigkeit vom Schiffsverkehr und der wasser-wirtschaftlichen Rahmenbedingungen wird über die Notwendigkeit eines Pumpwerkes entschieden. Für die Bauzeit der Maßnahme werden 48 Monate veranschlagt.

Nach der Bekanntgabe des Planfeststellungsbeschlusses wurde am 26.11.09 die Ausschreibung Straßenbrückenanlage Schleusenbrücke Zerben veröffentlicht.

Am 24.03.2010 wurde der Bauvertrag „Straßenbrückenanlage Schleusenbrücke" Zerben vergeben.

Am 30. Nov. 2011 fand nach der verzögerungsfreien Bauausführung die Verkehrsfreigabe des neuen Brückenzugs in Zerben statt.

Mit der die Bekanntmachung wurde am 02. Mai 2012 das Vergabeverfahren für den Neubau der 2. Schleuse Zerben eröffnet.

Am 11. Oktober 2012 fand ein gemeinsamer Pressetermin des Landesamts für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt und des WNA MD zu den archäologische Ausgrabungen im Nahbereich der Schleuse statt.

Mit der Beauftragung am 12. Oktober 2012 wurde das Vergabeverfahren für den Neubau der Schleuse abgeschlossen. Auftragnehmer ist die Arbeitsgemeinschaft GP Ingenieurbau / Bauer Spezialtiefbau / GP Baugesellschaft.

Das WNA Magdeburg lädt in Zusammenarbeit mit der Bauverwaltung der Gemeinde Elbe-Parey und dem Landesamts für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt am 04. Dez. 2012 zu einer Informationsveranstaltung ein.

An der Informationsveranstaltung am 04. Dezember 2012 in Güsen nahmen ca. 70 interessierte Bürger teil. Neben einem Gesamtüberblick über die Bauvorhaben des WNA Magdeburg um Raum Zerben/ Güsen hat das WNA MD umfangreich organisatorisch und technisch über das Schleusenprojekt informiert. Auch die Belange der Grundstücksinanspruchnahmen und der Beweissicherung wurden vorgestellt.
Frau Dr. Friedrich vom Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt in Halle erläuterte fachkundig die im Vorfeld durchgeführten archäologischen Ausgrabungen und ordnete deren Ergebnisse geschichtlich ein.
In der anschließenden Diskussion wurden alle Fragen zum Projekt beantwortet.

Der Schleusenneubau hat am 07. Jan 2013 mit der Baustelleneinrichtung und Rückbauarbeiten begonnen. Der Bauablauf wird ab Januar 2013 mit monatlich drei Baustellenbildern auf der Homepage des WNA Magdeburg dokumentiert.

Am 12. März 2013 wurde der 1. Spatenstich für den Schleusenneubau vollzogen.

Am 21. Mai 2013 haben die Schlitzwandarbeiten der Schleusenbaugrube begonnen.

Die Arge „Neubau 2. Schleuse Zerben“ und das WNA Magdeburg laden am 20. September 2013 zum Tag der Offenen Baustelle ein.

Am 30.06.2014 wurde der Unterwasseraushub im Bereich der Schleusenbaugrube fertiggestellt.

Die beiden fertiggestellten Wehranlagen im Bereich Unterer und Oberer Vorhafen wurden am 30.09.2014 provisorisch in Betrieb genommen.

Nach Fertigstellung der Rückverankerung für die Unterwasserbetonsohle mittels Auftriebspfählen im Oktober wurden bis Mitte November 2014 beide Sohlabschnitte der einen Meter starken Unterwasserbetonsohle hergestellt. Hierzu wurden 8.989 m³ Beton benötigt.

Die Baugrube konnte bis zum 9. Februar 2015 gelenzt werden, so dass hier die Vorbereitungen zum Einbau der Drainageschicht beginnen konnten. Zur Einteilung der Fläche wurden ab dem 20.02.2015 die Betonquerrigel errichtet. Nachfolgend erfolgte der Einbau der Drainageschicht mit der zugehörigen Betonsauberkeitsschicht als Bauebene für die folgenden Bewehrungsarbeiten.

Mit der Betonage des ersten Sohlbereiches am 19.03.2015 Begann der Ingeneurbau des eigentlichen Schleusenbauwerkes.