Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen-Neubauamt Magdeburg

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Inhalt: Zusammenarbeit von Hochschulen mit dem Wasserstraßen-Neubauamt Magdeburg (WNA MD)

Henrik Täger, WNA MD


Altherkömmliches, bewährte Bauweisen treffen auf neue und andere Herausforderungen.
So ist die Kanalbrücke über die Elbe ein Unikat, viele Neuerungen und Einmaligkeiten wurden eingesetzt. Dies kann, darf und passiert auch nicht losgelöst von Forschung und Lehre. Seit der Gründung in 1992 wurde der Kontakt von den Hochschulen zum WNA MD und umgekehrt gesucht und gefunden.
Forschungsarbeiten wurden erstellt, Praktika absolviert, Diplomarbeiten und in der neuen Form auch Bachelor- und Mastarbeiten sind begleitend zu den Maßnahmen entstanden.

Für die vielfältigen Aufgaben in der Bauvorbereitung, -Durchführung und Endabwicklung ist das WNA MD mit den technischen Sachbereichen:

breit aufgestellt; und damit ein Nährboden und Ansprechpartner für die verschiedensten Fachrichtungen von Hochschulen, Universitäten etc.
Wichtig ist, dass die Zusammenarbeit beidseitig kompetent erfolgt und nicht als „Belastung“ empfunden wird.

Als erstes Beispiel und wie im weiteren nicht vollständig sind in der nachfolgenden Tabelle die Diplomarbeiten und Betreuungen im SB2 aufgeführt:

Datum

Thema

Hochschule

Betreuer

Monat/Jahr

 

 

Hochschule/WNA

12.93

Einrichtung eines geodätischen Grundlagenetzes für den Bau der Schleuse Rothensee (Lage und Höhe)

Fachhochschule Bochum
Fachbereich Vermessungswesen

Prof. Dr.-Ing. Hahn
Prof. Dr.-Ing. Fitzen
VmR Dipl.-Ing. H. Hennecke (WNA MD)

12.95

Geodätische Lagebestimmung von Polygonpunkten im Bereich des Wasserstraßenkreuz Magdeburg (Lage)

Fachhochschule Anhalt - Dessau Fachbereich Vermessungswesen

Prof. Dipl.-Ing. G. Stegner

VAm Dipl.-Ing. Petter (WNA MD)

12.95

Geodätische Lagebestimmung von Polygonpunkten im Bereich des Wasserstraßenkreuz Magdeburg (Höhe)

Fachhochschule Anhalt - Dessau
Fachbereich Vermessungswesen

Prof. Dipl.-Ing. G. Stegner

VAm Dipl.-Ing. Kramer (WNA MD)

07.07

Deformationsüberwachung an der Kanalbrücke des Wasserstraßenkreuzes Magdeburg

Technische Fachhochschule Berlin Fachbereich III Bauingenieur- und Geoinformationswesen

Prof. Dr. Resnik

VAm Dipl.-Ing. Petter (WNA MD)

06.08

Mengenermittlung nach alternativen Verfahren

Technische Fachhochschule Berlin Fachbereich III Bauingenieur- und Geoinformationswesen

Prof. Dr. Resnik

VAm Dipl.-Ing. Petter (WNA MD)

08.08

Bauwerksinspektion und -dokumentation an einer Trogbrücke mit der Trimble VX Station

Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden
Fachbereich Vermessungswesen / Kartographie

Prof. Dr. Ing. Jörg Zimmermann Prof. Dr. Ing. Gunter Reppchen
Dipl.-Ing. Jachan (WSA MD)
VAm Dipl.-Ing. Petter (WNA MD)

 06.09

Praxisprojekt des 6. Semesters: Überwachungsmessung mit GeoMoS

Beuth Hochschule für Technik Berlin 

Prof. Dr. Resnik VAm
 
Dipl.-Ing. Petter (WNA MD)

07.11

Untersuchung von alternativen Verfahren der vermessungstechnischen  Erfassung und CAD-Modellierung am Beispiel einer Wehranlage in Quitzöbel

Beuth Hochschule für Technik Berlin 

Prof. Dr. Resnik

VAm Dipl.-Ing. Petter (WNA MD)

 07.11

Untersuchung von alternativen Verfahren der Bauabrechnung am Beispiel eines Bauprojekts des Wasserstraßen-Neubauamtes Magdeburg Ausbau EHK PFA 5

Beuth Hochschule für Technik Berlin 

Prof. Dr. Resnik

VAm Dipl.-Ing. Petter (WNA MD)

Als Beispiel ist mit Bild 1 ein Ergebnis der Begleitung der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden bei der Bauwerksinspektion und Gewährleistungsabnahme der Kanalbrücke dargestellt. Es zeigt die Innenseite der Strombrücke im entleerten Zustand, gescannt mit der Trimble VX Station mit aufgearbeiteter Texturierung. Dieses kann dann im späteren bei der Unterhaltung des Bauwerkes neben den sonst erforderlichen Unterlagen verwendet werden.

Bild1: Strombrücke über die Elbe
Bild1: Strombrücke über die Elbe

Im Folgenden ist die Zusammenarbeit des WNA MD im SB3 zum Neubau der Schleuse Wusterwitz über den Baubevollmächtigten A. Weisner beschrieben.
Im Rahmen der Entwurfsaufstellung zur Schleuse Wusterwitz wurde das Leichtweiss-Institut für Wasserbau an der TU Braunschweig mit hydraulischen Modellversuchen für das Ziel die geometrische bauliche Gestaltung unter Beibehaltung bzw. Optimierung der hydraulischen Leistungsfähigkeit in wirtschaftlicher Hinsicht zu optimieren, beauftragt. Infolge der Untersuchungen konnte das Schleusenbauwerk um rd. 25 m verkürzt werden. Die Baukosten wurden damit um rd. 2 Mio. € reduziert und die erarbeitete Bauweise findet auch Anwendung bei der in Vorbereitung befindlichen Schleuse Zerben.
Für die Baubegleitung haben die Bundesanstalt für Wasserbau (BAW) und das WNA MD eine neuartige Messtechnik vereinbart, die nicht nur Erkenntnisse über das Bauwerk selbst, sondern auch für die Bemessung künftiger Schleusen liefern soll. Dabei wurde die Universität Leipzig / KHP (Prof. Tue) mit der Planung, dem Einbau und der Auswertung der Messungen beauftragt. Es handelt sich hierbei um Messungen des sogenannten „Späten Zwangs“ im Massivbau der erstmals deutschlandweit dehnfugenlos geplanten Schleuse.
Auch mit der Schleuse Wusterwitz sind Studenten zu Bachelor geworden:

Datum

Thema

Hochschule

Betreuer

Monat/Jahr

 

 

Hochschule/WNA

02.10

Variantenvergleich der Wehranlage Wusterwitz (Bauformen und Wirtschaftlichkeit)

Bachelorarbeit

Hochschule Neubrandenburg

Prof. Dirk-W. Lante

Zweitprüfer:
Dipl.-Ing. André Weisner (WNA MD)

09.10

Konzept einer Baugrubenumschließung für eine Wehranlage, einschließlich Bewertung des Baugrundes

Bachelorarbeit

Hochschule Magdeburg – Stendal (FH)

Prof. Dr. U. Turczynski

Zweitprüfer:
Dipl.-Ing. André Weisner (WNA MD)

Viel Zuspruch von Studenten ist bei den Praktika zu verzeichnen. Hier lernen die Studenten vor Ort nicht nur den beruflichen Alltag eines Ingenieurs / Bachelors auf der Baustelle aus Sicht der Bauüberwachung kennen, sondern sie werden dabei in technische als auch vertragliche Fragestellungen aktiv eingebunden. Einsatz- und Aufgabengebiete sind: Bauüberwachung, Mitwirkung bei Gründungs- und Bewehrungsabnahmen, Auslesen und Auswerten von Ankerkraftmessungen und Grundwassermessstellen, Mitwirkung bei der Abrechnung (Aufnahme, Bearbeitung und Prüfung von Aufmaßen), Betonannahme, Überwachung und Teilnahme an Prüfungen von Dichtwänden und Erd- und Dichtungsstoffen, Teilnahme an technischen Planungsgesprächen, Baubesprechung und Nachtragsverhandlungen.

Eine neue Qualität der Zusammenarbeit ist seit 2009 mit der Hochschule Magdeburg-Stendal (H2O) zu verzeichnen. Eine Ursache sind die jährlichen Aschermittwoche der Magdeburger Ämter (WSA und WNA), die gut besucht auch von der Hochschule zur Information genutzt werden. Auf dem 2009er Aschermittwoch kam Prof. Dr.-Ing. Turczynski vom Fachbereich Bauwesen/Geotechnik mit Dipl.-Ing. Täger als Leiter des WNA MD ins Gespräch. Dies Gespräch war von dem Grundsatz geprägt, dass die praktischen Erfahrungen und Kenntnisse direkt Eingang in die Ausbildung finden und die hervorragenden Bedingungen in Magdeburg mit Hochschule und Neubauamt genutzt werden sollten. Daraus entstand der Lehrauftrag der Hochschule an Hr. Täger gem. §50 Hochschulgesetz für das Lehrgebiet Verkehrswasserbau im Masterstudiengang Bauingenieurswesen mit 36 Lehrstunden, der erstmals im Herbstsemester 2009/2010 abgeleistet wurde.

In Bild 2 sind die Themen und der Ablauf der Vorlesungen der 2. Periode aus dem Herbstsemester 2010/ 2011 dargestellt:

Bild 2: Herbstsemester Verkehrswasserbau 2010/2011
Bild 2: Herbstsemester Verkehrswasserbau 2010/2011

Mit dem Lehrauftrag ist auch die eigenständige Prüfertätigkeit verbunden. Weiterhin wurde den Studenten die Möglichkeit der Betreuung von Masterarbeiten mit Aufgabenstellung, Begleitung und dem Status als Erstprüfer eröffnet. Das Angebot wurde in der 1. Periode von einem Studenten und im abgelaufenen Semester von 4 Studenten in zwei 2er Teams angenommen, deren Aufgaben nachfolgend kurz beschrieben sind.

Bild 3: Sperrtor Calbe
Bild 3: Sperrtor Calbe

Die Aufgabenstellung an das eine Team ist, die bisherigen Bauweisen von Hochwassersperrtoren für die Situation an der Saale auszuwerten und die wesentlichen Bemessungsgrundlagen, die wesentlichen Mengen und eine Kostenschätzung zu erstellen. Dank sei an dieser Stelle an das Amt für den Neckarausbau in Heidelberg (ANH) und das WSA Uelzen gerichtet. Das Bild 3 zeigt die Visualisierung des Hochwassersperrtores Calbe als Klapptor im geschlossenen Zustand (ohne Gelände und Wasser)

Bild 4: Unterhaupt der Schleuse Tornitz
Bild 4: Unterhaupt der Schleuse Tornitz

Im Bild 4 ist eine Visualisierung des Unterhauptes der Schleuse Tornitz (ohne Wasser) gezeigt. In ihrer Masterarbeit hat das zweite Team die Aufgabe die Masterarbeit aus 2010, welche sich mit der Betonbauweise auseinandersetzt, zu einer Spundwandbauweise der Schleuse in den Vergleich zu bringen und ebenfalls die wesentlichen Bemessungsgrundlagen, die wesentlichen Mengen und eine Kostenschätzung zu erstellen. Eine weitere Arbeitshilfe waren die Ergebnisse/ Hinweise der Expertengruppe Schleusen, welche Eingang in die Bewertung gefunden haben.

Ende August 2011 werden die Arbeiten seitens der Teams fristgerecht abgegeben und im September 2011 verteidigt werden.

Aber nicht nur dies war ein Ergebnis eines Aschermittwoches, sondern im 2011er wurde mit Prof. H. Batel verantwortlich für das Aufgabengebiet Baubetrieb, Bauwirtschaft in der H2O die Aufgabenstellung und Begleitung für das Projektstudium zur „Henkelbrücke Genthin“ (B14) vereinbart, dessen Ergebnisse, erarbeitet von 14 Studenten,  ebenfalls im August 2011 vorliegen werden und ggf. weitergenutzt werden können.

Weiterhin werden regelmäßig auf den Großbaustelle des WNA MD für die Bevölkerung „Tage der offenen Baustelle“ durchgeführt. Für Hochschulen und Universitäten wird sich auf Anfrage Zeit genommen für geführte Baustellenbesichtigungen und Fachvorträge.

Die Zusammenarbeit und der Erfolg sind nicht ausschließlich auf Einzelne zurückzuführen. Viele ungenannte Beteiligte haben mitgewirkt, konnten aber aufgrund der Umfänglichkeit nicht gesondert erwähnt werden und um deren Verständnis ich bitte. Der Beitrag hat nicht den Anspruch an Vollständigkeit.
Bedanken möchte ich mich hier für das Engagement und der konstruktiven Mithilfe.
Gleicher Dank sei an die beteiligten Hochschulen und Universitäten gerichtet.